SCORM
Das Sharable Content Object Reference Model (SCORM) ist der Versuch eine gemeinsame Basis für den Austausch von elektronischen Lerneinheiten zu schaffen. Es handelt sich um ein Referenz-Modell für austauschbare Lerninhalte und Learning Management Systeme (LMS), das von der Advanced Distributed Learning Initiative (ADL) (http://www.adlnet.org) veröffentlicht wird. Die aktuelle Version der Spezifikation ist 1.3 (Stand 14. September 2004). Mit dieser Version wurde die Versionsgebung für die einzelnen Teile von SCORM separiert (siehe Wesentliche Teile des Referenz-Modells), d.h. künftig werden neue Versionen jeweils für die einzelnen Teile von SCORM und nicht mehr für SCORM insgesamt verabschiedet.
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Advanced Distributed Learning (ADL) Initiative
Die ADL ist eine durch das US-Verteidigungsministerium finanzierte Organisation. Erklärtes Ziel der ADL ist es, eine kostengünstige Verfügbarkeit von Lerninhalten für eine Vielzahl von Individuen zu fördern.
Auch wenn die ADL im bisherigen Standardisierungsprozess nicht durch einseitig amerikanische Entscheidungen aufgefallen ist, sollte man nicht außer Acht lassen, dass es sich nicht um eine globale Standardisierungs-Organisation, sondern um eine national verankerte amerikanische Institution handelt. Sollte der E-Learning-Markt wie erwartet in Zukunft stark anwachsen, ist von einer durch das US-Verteidigungsministerium finanzierten Institution nicht zu erwarten, dass sie Entscheidungen trifft, die zum Nachteil amerikanischer Unternehmen sein könnten. Siehe auch Advanced Distributed Learning Initiative (ADL).
Beteiligte Institutionen
ADL versucht mit SCORM die Arbeiten der folgenden Standardisierungsgruppen zusammenzuführen:
- AICC Aviation Industry Computer-Based Training Committee (http://www.aicc.org)
- DCMI Dublin Core Meta-data Initiative
- IEEE Institute of Electrical and Electronics Engineers (http://www.ieee.org)
- Instructional Management System (IMS) Global Learning Consortium (http://www.imsglobal.org)
- Als einzige nicht-amerikanische Institution wird die Ariadne Foundation (http://www.ariadne-eu.org) der Europäischen Union und der Schweiz in den Standardisierungsprozess einbezogen. Diese hat jedoch bislang noch kein vollständiges Teildokument beigesteuert.
Wesentliche Teile des Referenz-Modells
SCORM besteht in der neuesten Version, SCORM 2004, aus vier wesentlichen Dokumenten, die in englischer Sprache verfügbar sind: Overview, Content Aggregation Model, Run-Time Environment und Sequencing and Navigation. Autorentools und Learning Management Systeme unterstützen derzeit allerdings meist nur die vorherige Version, SCORM 1.2, in der insbesondere der Aspekt des Sequencing and Navigation noch nicht berücksichtigt ist.
Overview
Im Überblicksdokument wird die Historie und die Vision von SCORM beschrieben sowie eine Einführung in die drei folgenden Teile und deren Zusammenhänge gegeben.
Content Aggregation Model (CAM)
Das CAM beschreibt die Ressourcen, die in Lernpaketen verwendet werden können, sowie die Möglichkeiten zur Zusammenfassung und Strukturierung von Ressourcen zu verteilbaren Lernpaketen. Als Ressourcen können insbesondere Dateien der unterschiedlichsten Formate oder URLs benutzt werden. Diese werden in Hierarchien organisiert, die als Organizations bezeichnet werden. Zusätzlich können zu einem derart strukturierten Lernpaket Metadaten spezifiziert werden, die anhand von Beschreibungen, Schlüsselworten und ähnlichem eine gezielte Suche nach Lerninhalten ermöglichen. Das Gesamtpaket wird durch eine sogenannte Manifestdatei im XML-Format definiert.
Run-Time Environment (RTE)
Durch das RTE werden das laufzeitbezogene Verhalten eines LMS, die Schnittstelle vom LMS zu den in CAM spezifizierten Lernpaketen sowie die Verwendung von Benutzerdaten zur Laufzeit beschrieben. So können etwa Benutzer-Präferenzen gespeichert, Lernfortschritte festgehalten und Lernziele definiert werden.
Sequencing and Navigation (SN)
Durch die SN-Spezifikation wird beschrieben, wie die Reihenfolge der Präsentation von Lerninhalten durch die Navigation des Benutzers variiert werden kann. Zu diesem Zweck werden sogenannte Aktivitätsbäume beschrieben, die mögliche Reihenfolgen in Abhängigkeit von Benutzeraktionen definieren.
Siehe auch: Learning Object Metadata
